Medikamentenmissbrauch und Borderline

Ich habe seit ein paar Monaten die Diagnose schwere Borderline Störung und versuche seitdem zu lernen. Über die Störung selbst, aber auch über mich. Was meine gestörten Anteile sind, und was meine gesunden Anteile sind. Meine Eltern haben mich meine gesamte Kindheit hindurch psychisch und physisch misshandelt. Zu meinem Vater konnte ich 2015 endlich den Kontakt abbrechen, zu meiner Mutter muss ich noch Kontakt halten, da sie neben meinen Großeltern wohnt und auch immer dabei ist wenn ich diese besuchen fahre. Wenn meine Großeltern irgendwann nicht mehr leben, muss ich meine Mutter nie wieder sehen und darauf freue ich mich sehr. Meine Großeltern liebe ich sehr, sie waren für mich mehr Eltern als meine leiblichen. Ich habe auch einen großen Bruder, der mich ebenfalls misshandelt hat und zu dem ebenfalls kein Kontakt besteht. Es gab mehrere Suizidversuche meinerseits, der erste war mit 12. Viele Male Selbstverletzung, Medikamentenmissbrauch, viele Zusammenbrüche. Geholfen hat mir damals niemand. Erst als ich erwachsen geworden bin und selbst Mutter wurde, war ich stark genug mir selbst Hilfe zu holen. Ich bin in tiefenpsychologischer Individualtherapie und fühle mich bei meinem Therapeuten extrem gut aufgehoben. Nach außen hin wirke ich eigentlich nicht krank. Vor allem auf Fotos oder in der Öffentlichkeit wirke ich sehr fröhlich, offen, extrovertiert und lustig. Meistens ist das bei mir aber nur Fassade um zu verstecken wie schüchtern und ängstlich ich bin. Wenn ich von meinen psychischen Problemen erzähle, wird das meistens abgetan mit nein du bist eine starke Frau oder noch schlimmer: aber du bist doch so hübsch, kein Grund traurig zu sein. Ganz ehrlich? Wenn ich so geistig begrenzte Antworten bekomme, vergeht mir die Lust auf jedes weitere Gespräch mit dieser Person. Das ist so geringschätzig, respektlos und das schlimmste ist, dass die entsprechenden Personen gar nicht merken, was sie da von sich geben.

Zum Glück gibts auch andere Menschen ich habe zwei beste Freunde, einen Partner und meine Familie (Exmann und Sohn), die mich alle gut unterstützen und eine Umgebung bieten, in der ich einfach ich sein darf. Wo ich Angst haben darf, traurig sein darf, auch mal nichts tun muss, und auch wütend sein darf. Wo ich ernst genommen werde und Hilfe bekomme wenn ich sie brauche. Ich darf mich wirklich sehr glücklich schätzen, diese Menschen in meinem Leben zu haben. Ich weiß, dass viele mit ihren Problemen alleine dastehen und ich weiß wie schrecklich das ist. Ich stand auch viele Jahre mutterseelenallein mit meinen Problemen auf der Welt. Ich bin selbstständig seit ich 21 bin, habe davor eine Ausbildung und Matura (Abitur) gemacht und war noch nie angestellt. Ich bin mit 23 Mama geworden, mit dem Papa aber seit 2019 nicht mehr zusammen, weil es nicht gepasst hat. Unser Sohn lebt seitdem beim Papa, und wir haben uns zwar als Paar getrennt aber nicht als Eltern. Wir machen viel gemeinsam als Familie (Ausflüge, Spielenachmittage, etc.) und ich sehe meinen Sohn jeden zweiten Tag und einmal in der Woche schläft er bei mir. Die Entscheidung, dass mein Sohn bei seinem Papa wohnt, fiel mir sehr schwer aber ich traf sie zum Wohl meines Kindes. Der Zwerg war von Anfang an immer sehr auf Papa fixiert (trotz langem Stillen), der Papa ist arbeitstechnisch besser in der Lage sich an die Kindergartenzeiten zu halten, er ist psychisch gesund und kann unserem Sohn einfach mehr Stabilität bieten.

Für die Entscheidung, dass unser Sohn nicht bei mir sondern beim Papa wohnt, werde ich (vor allem von anderen Müttern) immer extrem angefeindet und ich werde als egoistisch bezeichnet. Dabei ist es genau das Gegenteil. Zwei Jahre ist die Trennung bald her und es vergeht kein Tag ohne meinen Sohn an dem ich ihn nicht vermisse. Hätte ich nur an mich gedacht, dann hätte ich ihn einfach zu mir genommen ohne abzuwägen was für IHN wirklich das beste wäre. Ich hoffe ihr seht das ähnlich. Wir sind wirklich zwei sehr bemühte Eltern. Wir haben uns im letzten Jahr außerdem zwei neue Wohnungen besorgt, die nicht weit voneinander liegen und dadurch sind auch spontane Besuche jederzeit möglich. Nur ein paar Stationen mit der Straßenbahn Meine Zukunft möchte ich gerne so gestalten, dass ich gesünder werde und meinem Sohn so viel Stabilität bieten kann, dass er sich jederzeit aussuchen kann ob er beim Papa oder bei mir wohnen mag. Momentan fühl ich mich die meiste Zeit sehr müde. Ich schaffe kaum etwas, aber ich bemühe mich. Ich koche täglich für mich und meinen Partner (und natürlich meinen Sohn immer wenn er da ist), ich versuche die Wohnung so gut wie möglich in Ordnung zu halten. Aber kaum hab ich irgendwas geleistet, brauch ich wieder ewig um mich davon zu erholen. Liege dann todmüde auf der Couch, warm in eine Decke gewickelt und esse meistens irgendwas. Ich bin leider gar nicht sportlich, mein Herz ist relativ schwach und bei sportlicher Betätigung wird mir schnell schwarz vor Augen, meine Lunge brennt und ich kann nicht mehr. Obwohl ich schon von Kind auf viel draußen war und immer viel in Bewegung war, hat sich das nie gebessert. Ich gehe gerne wandern, brauche aber eine Million Pausen.Ich liebt meinen Beruf und vor allem die Selbstständigkeit. Ich muss niemanden um Erlaubnis fragen, wenn ich frei haben möchte und kann mir alles völlig frei einteilen. Bis auf ein paar Veranstaltungen zu denen ich manchmal als Gast geladen werde und ein paar Terminen alle 1-2 Wochen kann ich meine Arbeit immer von zuhause erledigen. Und ich finde das perfekt, wenn man wie ich am liebsten zuhause ist. Ständiger Kontakt mit Kollegen oder gar Vorgesetzten wäre mir wirklich zuwider. In einem Büro zu arbeiten ist meine persönliche Horrorvorstellung dafür bin ich zu scheu. Ich hätte ständig Angst etwas falsch zu machen oder mit irgendjemanden in Konflikt zu geraten. Als ich mich mit 21 selbstständig gemacht habe, sagten mir viele dass ich mutig sei. Tatsächlich hatte ich aber einfach nur Angst vorm Angestellt-sein. Noch kurz zu meinen Hobbys, dann seid ihr erlöst. Ich liebe es in der Natur zu sein, lerne gerade snowboarden, koche sehr gern (vegan), liebe Tiere über alles, verbringe am liebsten Zeit mit Familie und Freunden, schaue gerne viele Filme / Serien (auch viele Animes), gehe wahnsinnig gern ins Kino, zocke gern auf Switch, ps3, ps4 und am Computer, liebe Brettspiele und Spieleabende Musik ist ebenfalls noch ein wichtiger Teil von mir. Wenn es mir gut geht, höre ich ständig Musik. Möchte in Zukunft auch gern Klavier lernen und wieder anfangen E-Violine zu spielen.

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