Mein impulsives Verhalten gegenüber anderen Kindern

Es ist für andere Menschen im Regelfall vollkommen unverständlich, weshalb ich mich erst mit nunmehr 33 Jahren an die Psychiatrie und Psychotherapie gewandt habe, um meine ADHS-Erkrankung diagnostizieren und behandeln zu lassen. Der Grund dafür liegt zunächst darin, dass es mir sehr schwerfällt, diese Probleme mit anderen Menschen zu besprechen. Ich versuche stets, anderen Menschen vorzuspielen, dass ich gesund und vollkommen normal sei. Denn ich weiß, dass mein Leben aus Dingen besteht, mit denen man in der Gesellschaft Probleme bekommt. Eine Ausnahme bildet zum einen meine nunmehr Verlobte, der ich all dasjenige anvertraut habe, was mit meiner Erkrankung zusammenhängt, insbesondere auch den Konsum von Betäubungsmitteln. Sie ist die feste und einzige Säule in meinem Leben, hält sie doch trotz meiner zahlreichen, krankheitsbedingten Eigenschaften zu mir.

Weiterhin konnte sie ihre eigene Betäubungsmittelsucht im Jahre 2011 bis heute erfolgreich bekämpfen. Aufgrund meiner generellen Angst, die Krankheitssymptome sowie den dadurch bedingten hohen Betäubungsmittelkonsum anderen Menschen mitzuteilen, schrieb ich ihr jedoch zuallererst einen Brief, in dem ich die Problematik schilderte. Ferner fußt die äußerst späte Inanspruchnahme medizinischer Hilfe darauf, dass mir die Möglichkeit einer ADHS-Erkrankung jahrelang unbekannt geblieben ist, zugegebenermaßen teilweise selbstverschuldet. Erst infolge des intensiven Selbststudiums von Fachliteratur und der Selbstreflektion meines Lebensweges sowie meiner Lebenssituation im Lichte meiner Symptome wurde mir bewusst, dass diese auf einer Aufmerksamkeitsdefizit  Hyperaktivitätsstörung basieren könnten. So haben im Kindergarten und in der Grundschule bereits Lehrer, Betreuer sowie Kinderpsychologen vermutet, dass ich an ADHS leide.

Anknüpfungspunkte waren mein impulsives Verhalten gegenüber anderen Kindern oder Mitschülern sowie die Tatsache, dass meine schriftlichen Leistungen stets zufriedenstellend waren, während ich in der mündlichen Mitarbeit beziehungsweise im persönlichen Diskurs einige Mängel aufwies. Eine tatsächliche ADHS-Diagnose war zu dieser Zeit leider nur schwerlich möglich, da die entsprechenden Symptome durch meinen passiven Konsum von Zigaretten- sowie Cannabisrauch eingeschränkt worden sind. Denn meine Eltern waren starke Zigarettenraucher. Zudem konsumiert mein Vater aufgrund seiner eigenen Konzentrationslosigkeit, Rastlosigkeit und Unruhe seit jeher tagtäglich in großen Mengen Marihuana. Der dadurch entstandene Rauch verteilte sich stets in der gesamten Wohnung, auch in meinem Kinderzimmer. Hinzukommt, dass meine Eltern psychisch sowie physisch selbst leider nicht dazu in der Lage waren, der seitens Grundschule und Kindergarten aufgestellten Vermutung einer ADHS-Erkrankung nachzugehen. Passivrauchen lindern die ADHS Symptome bei Kindern, was wiederum fatal für eine korrekte Diagnose ist.

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